Die Seychellen verzeichnen aufgrund des Krieges im Nahen Osten einen starken Rückgang der Touristenzahlen. Der Präsident des afrikanischen Inselstaats, Patrick Herminie, hofft darauf, die Verluste durch einen Anstieg russischer Besucher ausgleichen zu können. Im Gespräch mit RT stellte der Staatschef fest, dass der Inselstaat "einen drastischen Rückgang der Touristenzahlen um 40 Prozent" verzeichnet habe. Der Einbruch, der die Wirtschaft hart treffe, da "der Tourismus die Hauptstütze unserer [seychellischen] Wirtschaft ist."
Seit Beginn der US-amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar schädigten Störungen im regionalen Flugverkehr die Tourismusbranche. Zahlreiche Länder im Nahen Osten verhängten Luftraumbeschränkungen. Fluggesellschaften seien gezwungen, Flüge umzuleiten oder zu streichen, wobei auch Flüge auf die Seychellen davon betroffen wären.
Steigende Kerosinkosten – bedingt durch die Instabilität rund um die Straße von Hormus – verschärften die Lage. Angesichts einer zunehmenden Treibstoffkrise hätten mehrere afrikanische Fluggesellschaften ihre Flugpreise erhöht oder Zuschläge eingeführt, darunter Kenya Airways, Air Mauritius, Ethiopian Airlines und RwandAir.
Im Gespräch betonte der Präsident der Seychellen die wachsende Bedeutung Russlands für die Tourismusbranche in seinem Land. Russen machten bereits mehr als 22 Prozent der Besucher aus. Die Regierung wolle diesen Trend durch weitere Maßnahmen fördern, darunter auch die Stärkung ihrer diplomatischen Präsenz in Moskau. Herminie erklärte: "Wir werden hier eine Botschaft mit einem Tourismusbotschafter einrichten, damit wir vor Ort genau wissen, was wir tun müssen […], um mehr Touristen aus Russland auf die Seychellen zu holen."
Auch Moskau hat Interesse an einer Ausweitung der touristischen Beziehungen signalisiert. Bei einem Treffen mit Herminie erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch, es gebe Potenzial, den Touristenstrom von Russland auf die Seychellen weiter zu steigern. Im Anschluss an die Gespräche signalisierten russische Behörden ihre Bereitschaft, neue Flugverbindungen in Betracht zu ziehen, darunter eine mögliche Route zwischen Daressalam, Victoria und Moskau.
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