Russland und Indien führen Gespräche über den Verkauf einer weiteren Partie von S-400-Flugabwehrraketensystemen, wie Regierungsvertreter in Moskau mitteilten.
Indien hat Interesse an diesen hochmodernen Raketensystemen bekundet, wie der russische Föderale Dienst für militärisch-technische Zusammenarbeit (FSMTC) der Nachrichtenagentur Interfax mitteilte.
"Russland ist dazu bereit. Die Verhandlungen laufen bereits", erklärte das FSMTC am Rande des Internationalen Sicherheitsforums, das am Dienstag in Moskau begann.
Das FSMTC stellte fest, dass sich das S-400-System während des militärischen Konflikts zwischen Indien und Pakistan im Mai letzten Jahres "bewährt" habe.
Dmitri Schugajew, der Direktor Leiter des FSMTC, erklärte letzte Woche, dass der derzeitige Vertrag über die Lieferung von S-400-Systemen an Indien planmäßig erfüllt werde. Er hatte zuvor erklärt, dass Russland weitere Lieferungen von S-400-Systemen nach Indien nicht ausschließe.
Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Indien möglicherweise an den noch fortschrittlicheren S-500-Systemen interessiert sei, die in der Lage sind, Ziele in der erdnahen Umlaufbahn zu zerstören.
Im März genehmigte Indiens Rat für Rüstungsbeschaffung (DAC) im Rahmen einer beschleunigten Modernisierung des Militärs Vorschläge zum Kauf von Verteidigungsgütern im Wert von 25 Milliarden US-Dollar, darunter S-400-Luftabwehrraketensysteme, verschiedene Flugzeugtypen und Artilleriesysteme.
In einer Erklärung des indischen Verteidigungsministeriums hieß es, diese Genehmigungen beträfen fünf S-400-Einheiten zusätzlich zu den fünf, die 2017 bestellt worden waren. Neu-Delhi hatte den früheren Kauf trotz starken Drucks seitens der Vereinigten Staaten durchgeführt.
Drei der 2017 in Auftrag gegebenen Raketensysteme wurden bereits nach Indien geliefert. Ein viertes System soll noch vor Ende dieses Monats in Indien eintreffen, das letzte noch vor Ende dieses Jahres.
Der DAC genehmigte zudem die Beschaffung von Transportflugzeugen als Ersatz für die aus der Sowjetzeit stammenden Maschinen vom Typ An-32 und Il-76 sowie verschiedener Artilleriesysteme.
Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) nimmt Neu-Delhi im weltweiten Vergleich der Militärausgaben den fünften Rang aller Staaten ein und ist – nach der Ukraine – der zweitgrößte Waffenimporteur.
Über 60 Prozent der Waffen Indiens stammen aus sowjetischer oder russischer Produktion. Neu-Delhi hat sich im Rahmen seines "Make in India"-Programms in letzter Zeit als Rüstungshersteller positioniert.
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