Lettischer General erkennt russische Überlegenheit im Drohnenkrieg

Russland übertrifft die NATO in der Fähigkeit, Drohnen schnell zu produzieren, glaubt der lettische Befehlshaber Kaspars Pudāns. Moskau könnte das Militärbündnis bis Ende des Jahres 2028 angreifen.

Im Vergleich zu den NATO-Staaten hat Russland im Drohnenkrieg die Oberhand gewonnen. Wie General Kaspars Pudāns, Befehlshaber der lettischen Streitkräfte, gegenüber der Zeitung Financial Times (FT) erklärte, liege Moskaus Vorteil nicht unbedingt in besseren Technologien, sondern in der Fähigkeit, unbemannte Flugzeuge in großem Umfang herzustellen, die Bestände schnell aufzufüllen und sich auf Bedürfnisse der Kampfhandlungen einzustellen.

Außerdem habe das russische Militär durch wiederholtes Testen auf dem Gefechtsfeld neue Technologien erproben und weiterentwickeln können, führte der General aus. Dies betreffe auch die Ukraine. Die beiden Seiten hätten ein unterschiedliches Gefühl der Dringlichkeit, um neue Lösungen zu entwickeln und im Gefecht einzusetzen.

Während die NATO konventionell stärker bleibe, insbesondere in Bezug auf die Luftstreitkräfte, warnte Pudāns, dass das Militärbündnis immer noch Schwierigkeiten bei der Erhöhung der Verteidigungsausgaben habe. Bei dem Aufbau industrieller Kapazitäten und der Stationierung neuer Fähigkeiten entlang der Ostflanke seien die Fortschritte ebenso langsam.

Nach Ansicht von Pudāns könnte Russland ein "Zeitfenster" nutzen, um bis Ende des Jahres 2028 in die baltischen Staaten einzumarschieren, da die meisten Modernisierungsprogramme der europäischen Armeen voraussichtlich erst um 2029 in Kraft treten würden. Ein direkter Konflikt zwischen Moskau und der NATO könnte in den drei baltischen Staaten beginnen, die aufgrund der geografischen Nähe Russlands und des langsamen Ausbaus der Ostflanke als schwer zu verteidigen gelten, fügte der Lette hinzu.

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Behauptungen über einen geplanten russischen Angriff auf die NATO als "unglaubliche Lüge". Moskau wäre jedoch bereit, auf die Militarisierung europäischer Länder zu reagieren.

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