Laut britischen Medienberichten ist die gesamte Jagd-U-Boot-Flotte der Royal Navy derzeit nicht einsatzbereit. Demnach befinden sich alle fünf atomgetriebenen U-Boote der sogenannten Astute-Klasse wegen Wartungs- oder Reparaturarbeiten im Hafen.
Die U-Boote der Astute-Klasse sind eine zentrale Komponente der britischen Marine und können mit Tomahawk-Marschflugkörpern und Spearfish-Torpedos ausgestattet werden. Ihre Hauptaufgabe besteht im Schutz der vier strategischen Vanguard-U-Boote, die mit Trident-Atomraketen ausgerüstet sind und die nukleare Abschreckung des Vereinigten Königreichs gewährleisten.
"Normalerweise verlassen sie den Stützpunkt Faslane in Schottland ein bis zwei Wochen vor den Vanguard-U-Booten und fahren hinaus aufs Meer, um das Gebiet abzusuchen und sicherzustellen, dass sich keine russischen U-Boote dort befinden. Wenn wir keine U-Boote haben, können wir das nicht tun", zitiert Daily Mail den Verteidigungsanalysten Francis Tusa. "Das bedeutet, dass wir keine sichere, souveräne nukleare Abschreckung mehr besitzen", betonte Tusa. Zudem spiele die Astute-Klasse eine wichtige Rolle bei der Überwachung potenzieller Bedrohungen und beim Schutz kritischer Infrastruktur wie Datenkabeln.
Laut dem früheren Sicherheitsminister Lord West sei die Situation "inakzeptabel" und "sehr besorgniserregend". "Die Jagd-U-Boote sind unerlässlich für den Schutz unserer U-Boote mit ballistischen Raketen. Sie sind unerlässlich, um die Russen einzuschüchtern und zu verängstigen", sagte Lord West.
Probleme bei Wartungskapazitäten und Infrastruktur seien nicht neu und gingen auf jahrzehntelange Versäumnisse bei Investitionen in Werften, Personal und Werkstätten zurück, heißt es aus Marinekreisen. Hinzu komme, dass atomgetriebene U-Boote umfangreichen Sicherheitschecks unterzogen werden müssten.
"Die Tatsache, dass kein Geld in Trockendocks, in Wartungseinrichtungen, in die für die Wartung und Reparatur der U-Boote benötigten Männer und in die Ersatzteile für diese U-Boote investiert wurde, ist der Grund, warum wir in diese Lage geraten sind", sagte Lord West zur Krise der Royal Navy.
Die Krise entfaltet sich vor dem Hintergrund einer zunehmend angespannten Sicherheitslage. Die Bedrohungen für das Vereinigte Königreich seien derzeit größer als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Ende des Kalten Krieges, sagte der Chef des britischen Verteidigungsstabs, Admiral Sir Richard Knighton, gegenüber der BBC.
Russland habe "unsere Verteidigung sondiert, herausgefordert und getestet", und riskiere, "eine Grenze zu überschreiten", sagte der Admiral. "Mir ist völlig klar, dass dies die gefährlichste Zeit ist, die ich in meinem Berufsleben erlebt habe. Die Risiken und Bedrohungen für unser Land sind größer als alles, was ich seit dem Kalten Krieg erlebt habe", so Knighton.
Ende letzten Jahres hatte Richard Knighton international mit seiner Aussage für Schlagzeilen gesorgt, dass die Briten bereit sein müssten, ihre Söhne und Töchter in einem Krieg mit Russland zu opfern.
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