Der Tod des bayerischen Vizeregierungschefs und Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger ist nicht auf Fremdverschulden zurückzuführen. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Berlin nach der Obduktion des Politikers am Donnerstagnachmittag mit. In der Mitteilung heißt es:
"Heute Vormittag fand die Obduktion des Leichnams des gestern verstorbenen Hubert Aiwanger im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin in Berlin-Mitte statt. Das vorläufige Ergebnis der Obduktion ergab keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden. Im Rahmen des Todesermittlungsverfahrens stehen noch weitere gerichtsmedizinische Untersuchungen an. Die Ermittlungen dauern an."
Der 55 Jahre alte Aiwanger, der auch Bundes- und Landesvorsitzender der Freien Wähler war, war am Mittwoch tot in einem Berliner Hotel gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem Tod ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ermittler waren mit Mitarbeitern der Spurensicherung im Hotel, auch die Gerichtsmedizin wurde hinzugerufen. Wegen der Bedeutung des Falls und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen, ermittelt eine Mordkommission des Landeskriminalamts Berlin ermittelt.
Aiwanger hatte am Mittwochnachmittag in Berlin bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten sollen. Weil er sich nicht wohl fühlte, sagte er diesen Termin und ein für den Vormittag geplantes Interview ab. Danach war er nicht mehr erreichbar. Am frühen Mittwochabend wurde Aiwanger dann leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße entdeckt.
Im Laufe seiner Karriere war Aiwanger immer wieder durch in der bundesdeutschen Politik eher unkonventionelle Positionen aufgefallen. Erst vor wenigen Wochen hatte er für Holzöfen als Krisenvorsorge geworben. Nach der Bundestagswahl 2025 warf er der Union wegen ihres Kurswechsels bei der Schuldenbremse Wählertäuschung vor, knickte dann aber vor der Abstimmung im Bundesrat ein, um die Regierungsbeteiligung der Freien Wähler nicht zu gefährden.
Zu Beginn des Ukraine-Krieges hatte er für Diplomatie und Verhandlungen geworben. In der Corona-Krise warnte er vor einer "Jagd auf Ungeimpfte" und vor Apartheiddiskussionen. Sich selbst ließ er erst nach einer längeren öffentlichen Auseinandersetzung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder im November 2021 impfen, offenbar auch, um seinen Ministerposten zu behalten.
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