Die Straße von Hormus kann nicht durch Diplomatie wieder geöffnet werden, solange Washington weiterhin militärischen Druck gegen Teheran ausübt. Dies sagte das iranische Außenministerium.
Iran schloss Hormus als Reaktion auf eine US-israelische Militärkampagne, die Ende Februar begonnen hatte. Washington verhängte daraufhin eine Seeblockade gegen iranische Häfen und verschärfte so die Auseinandersetzung um eine strategische Wasserstraße, über die historisch etwa ein Viertel des weltweiten seewärtigen Ölhandels abgewickelt wurde.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, sagte am Montag, Diplomatie sei "sicherlich" Teil des "Kampfes um die Wahrung unserer nationalen Interessen". Er fügte jedoch hinzu:
"Wenn man es mit einer Seite zu tun hat, die auf dem Einsatz von Gewalt beharrt, ist eine Seeblockade keine diplomatische Maßnahme, die wir durch Diplomatie aufheben können."
"Sicherlich muss man Autorität und militärische Macht zusammen mit Diplomatie einsetzen, um die Aggression der Vereinigten Staaten zu verhindern – und genau das wird getan", so Baghai bei einer Pressekonferenz.
Teheran hat eine Reihe von Bedingungen für die Wiederöffnung der Straße formuliert, darunter eine Entschädigung für Kriegsschäden, die Aufhebung der Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder sowie ein dauerhaftes Ende der Feindseligkeiten gegen Iran und seine regionalen Verbündeten.
Die IRGC hat zudem erklärt, dass die Wiederöffnung von Hormus davon abhänge, dass Washington Teherans Bedingungen vollständig akzeptiere.
US-Präsident Donald Trump sagte, Washington sei nicht in Eile, eine Einigung zu erzielen, und erklärte gegenüber Axios, man führe die Verhandlungen "zurückhaltend", während man den wirtschaftlichen Druck auf Teheran wirken lasse.
"Wir verhandeln mit ihnen nur halbherzig. Wir beobachten einfach Iran mit seiner enormen Inflation und der Tatsache, dass sie kein Geld haben", sagte Trump und fügte hinzu: "Es ist wie ein Schachspiel."
Die Gespräche folgen auf Wochen der Uneinigkeit über ein 14-Punkte-Memorandum of Understanding, das einen vorläufigen Waffenstillstand festlegte und die schrittweise Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen sowie die Wiederherstellung des Handelsverkehrs durch Hormus vorsah. Die Kämpfe waren im vergangenen Monat jedoch wieder aufgeflammt, nachdem sich die Seiten nicht auf die Umsetzung des Abkommens einigen konnten.
Iran und Oman erörtern derweil Regelungen für den künftigen Schiffsverkehr durch die Meeresstraße, wobei Teheran betont hat, dass eine Einigung mit Maskat für sich genommen nicht bedeuten würde, dass die Wasserstraße wieder geöffnet wird.
Die Unterbrechung des Verkehrs durch Hormus übt anhaltenden Druck auf die globalen Energiemärkte aus. Die Ölpreise stiegen am Montag um fast 3 Prozent angesichts der Unsicherheit über die Verhandlungen, wobei die internationale Benchmark Brent 85 Dollar pro Barrel und US-WTI 80 Dollar erreichten.
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