Russischer Dirigent: "KI ersetzt klassische Musiker niemals"

Mithilfe von KI versucht man nun, Filme zu drehen und Zeichentrickfilme zu produzieren – um die Künstler zu ersetzen. Russische Kunstschaffende sind jedoch überzeugt: KI kann Musiker und Dirigenten niemals ersetzen, auch wenn die Technologie noch weiter voranschreitet.

Teams aus dem Bereich der visuellen Medien experimentieren intensiv mit KI – es entstehen mittlerweile sogar ganze Miniserien, die mithilfe künstlicher Intelligenz produziert werden.

Doch wie sieht es mit der Oper, dem Ballett und anderen darstellenden Künsten aus? Russische Musiker sind davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz in diesem Bereich nichts zu suchen hat – da sie nicht improvisieren und das musikalische Material nicht "nachempfinden" kann. Schließlich beruht der Erfolg in diesem Bereich größtenteils auf Kreativität, die KI per Definition niemals nachahmen kann. Pawel Wassiljew, künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Uraler Staatlichen Russischen Orchesters, stellt beispielsweise in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS fest, dass künstliche Intelligenz eine Live-Musikdarbietung nicht vollständig ersetzen könne, da ihr die dem Menschen eigene Freiheit der Improvisation fehle. Und er betont:

"Ja, ein neuronales Netz kann, wie man heute sagt, Musik komponieren und Werke dirigieren, aber das Wichtigste sind der Atem und die Freiheit der Improvisation. Daher mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft unserer Berufe. Ich habe nichts gegen künstliche Intelligenz. Ich freue mich, dass sie sich weiterentwickelt, aber dennoch – sagen wir es so – sie wird das Lebendige nicht ersetzen können."

Der Dirigent betont: Selbst eine Studioaufnahme unterscheidet sich von einer Konzertaufnahme, und es ist unmöglich, zwei Konzerte absolut identisch aufzuführen – die Musik wird ein anderes Tempo, eine andere Intensität und eine andere Emotionalität haben. Und genau das schätzen die Zuschauer an der klassischen Musik und am Theater.

Und obwohl KI erfolgreich anhand von Werken von Bach, Mozart und Beethoven trainiert wird und in der Lage ist, Fragmente für sie "zu vervollständigen" oder vorgegebene Melodien in ihrem Stil zu harmonisieren, obwohl neuronale Netze in der Lage sind, Klaviersonaten, Walzer oder Partituren für Streichquartette auf der Grundlage von Textvorgaben zu erstellen – ist es dennoch nicht dasselbe. Keine KI wäre beispielsweise in der Lage, nach Mozarts Tod sein "Requiem" so zu vollenden, wie es sein Schüler Franz Xaver Süssmayr getan hat. Wie sehr man sie auch weiterentwickeln mag: Eine KI kann in der Musik per Definition immer nur ein Helfer des Schöpfers sein, niemals der Schöpfer selbst.

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