"Superintelligenz" – Wer der Umbenennung nicht folgt, den erklärt Trump zum Feind

Wie war das noch? Der Golf von Mexiko ist der Golf von Amerika, der Ontariosee ist der Amerikasee, Neu-Mexiko sollte Neu-Amerika werden, und ein Institut und eine Bibliothek sollten gleich Donald Trumps Namen tragen. Aber es klappt nicht immer ...

US-Präsident Donald Trump hat nicht nur eine auffällige Vorliebe dafür, Orte und Gegenstände umzubenennen, er reagiert auch alles andere als freundlich, wenn seine Umbenennung nicht nachvollzogen wird. Direkten Zugriff hat er dabei nur auf die US-Verwaltung selbst; aber außerhalb dieses Rahmens besitzt er kein Mittel, seine Version durchzusetzen.

Bei seiner letzten Umbenennung scheint er das ausgesprochen übel zu nehmen. Auf seinem eigenen sozialen Medium Truth Social veröffentlichte er nun folgende Meldung:

"Das Weiße Haus betrachtet jeden, der den Begriff 'künstliche Intelligenz' anstelle des weitgehend akzeptierten neuen und genaueren Begriffs 'Superintelligenz' gebraucht, als FEIND!"

Vor etwa einer Woche unterzeichnete er eine Anordnung, die die US-Bundesverwaltung auf seine Variante festlegte, aber unter den Chefs der KI-Unternehmen ist es nur eine Handvoll, die bereit war, sich auf die Umbenennung einzulassen.

Trumps Argument dafür war, "künstliche Intelligenz" klinge eben künstlich, also gefälscht, und "Superintelligenz" rufe eine positivere Vorstellung hervor. Davor hatte er auf Truth Social eine Umfrage durchgeführt, ob "Superintelligenz", "Überlegene Intelligenz" oder "Extreme Intelligenz" beliebter sei.

In Wirklichkeit sind die US-Bürger jedoch weit skeptischer gegenüber dieser Technologie als Trump, der sie "faszinierend" findet. Vor allem, wenn es um die Errichtung eines Rechenzentrums in ihrer unmittelbaren Nähe geht – nach einer Umfrage der Universität Quinnipiac lehnen 73 Prozent eine solche Anlage in ihrer Nähe ab; selbst unter den Wählern der Republikaner sind es 55 Prozent. Gar 79 Prozent hätten lieber strengere Regeln für KI, als die USA an der Spitze der Entwicklung zu halten. Und 71 Prozent erklären, sie würden einen Kandidaten unterstützen, der strengere Regeln befürwortet.

Das Problem liegt also nicht nur in den Belastungen, die die gigantischen Rechneranlagen für das Stromnetz und die Umgebung darstellen. Es gibt auch ein ausgeprägtes Misstrauen der Technologie selbst gegenüber. Trumps neue Bezeichnung dürfte daran nicht viel ändern.

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