Die US-amerikanischen Tech-Giganten Meta und Microsoft planen, bis zu zehn Prozent ihrer Belegschaft abzubauen. Grund dafür sind die steigenden Kosten, die durch die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) entstehen, wie die Financial Times berichtet.
Der Facebook-Mutterkonzern Meta wird voraussichtlich zehn Prozent seiner Belegschaft, also rund 8.000 Mitarbeiter, entlassen und etwa 6.000 offene Stellen streichen. Dies geht aus einem internen Memo hervor, das am Donnerstag an die Mitarbeiter verschickt und veröffentlicht wurde. Meta gab an, dass die Entlassungen am 20. Mai beginnen werden.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass das Unternehmen Milliarden von US-Dollar in die KI-Infrastruktur investiert, darunter teure Rechenzentren, und gleichzeitig hochqualifizierte Fachkräfte rekrutiert, um bei der Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle zu großen Konkurrenten wie Google und OpenAI aufzuschließen, so die Zeitung.
Im Januar erklärte Meta, dass die Investitionsausgaben für 2026 voraussichtlich einen Umfang von 115 bis 135 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Haupttreiber sind die Infrastrukturkosten, darunter Zahlungen an externe Cloud-Anbieter, höhere Abschreibungen auf die Anlagen der KI-Rechenzentren und steigende Betriebskosten.
Unterdessen kündigte der konkurrierende Technologiekonzern Microsoft an, rund sieben Prozent seiner Belegschaft in den USA freiwillige Abfindungen anzubieten. In einem Memo, das der Financial Times vorliegt, teilte das Unternehmen seinen Mitarbeitern mit, dass diese Option langjährigen Angestellten offensteht, deren Gesamtalter und Betriebszugehörigkeit 70 Jahre oder mehr betragen. Mehr als 8.000 der rund 125.000 US-Beschäftigten sind demnach berechtigt.
Laut der Personalchefin von Microsoft, Amy Coleman, soll das Angebot diesen Mitarbeitern "die Möglichkeit geben, den nächsten Schritt zu gehen – mit großzügiger Unterstützung des Unternehmens".
Dies folgt auf die Entscheidung von Microsoft, bis 2025 mehr als 15.000 Stellen abzubauen. Anfang des Jahres verpflichtete sich das Unternehmen zu Investitionen in Höhe von 140 Milliarden US-Dollar, um die Entwicklung eigener KI-Modelle zu beschleunigen.
Stellenstreichungen im Zusammenhang mit der KI-Entwicklung werden auf dem US-Arbeitsmarkt immer häufiger und geben Anlass zur Sorge über die Auswirkungen dieser Technologie auf die Beschäftigung. Anfang des Monats berichtete Bloomberg, dass die Zahl der Entlassungen aufgrund des Einsatzes von KI im amerikanischen Technologiesektor im ersten Quartal des Jahres die Marke von 52.000 überstieg.
Eine Anfang des Jahres durchgeführte Umfrage ergab, dass 57 Prozent der Amerikaner die technologische Entwicklung als "zu schnell" empfinden und 79 Prozent besorgt sind, dass die Regierung keinen Plan zum Schutz von Arbeitnehmern vor Arbeitsplatzverlusten hat.
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