Nahost

Huthi greifen Aramco-Anlage in Riad mit Raketen und Drohnen an

Erstmals seit mehr als vier Jahren haben die Huthi eine Aramco-Anlage in Riad mit ballistischen Raketen angegriffen. Bilder zeigen eine massive Rauch- und Feuersäule über dem Gelände. Saudis planen eine große Offensive gegen Huthi.

Die mit Iran verbündeten Huthi im Jemen erklärten am Samstag, sie hätten eine Aramco-Anlage in der saudischen Hauptstadt Riad mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der Angriff sei eine Vergeltung für saudische Angriffe auf Sanaa und andere Provinzen im Jemen.

Inzwischen kursieren Bilder, die eine große Rauch- und Feuersäule zeigen sollen, die am Samstag in der Nähe einer Aramco-Anlage in Riad aufstieg.

Von saudischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung eines Angriffs auf eine Aramco-Anlage. Aramco reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters. Der gemeldete Angriff erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi, die ihre Angriffe auf saudische Städte und Energieinfrastruktur zuletzt verstärkt haben.

Die Huthi erklärten in der vergangenen Woche, sie hätten Einrichtungen des saudischen Ölkonzerns Aramco in Yanbu mit Raketen und Drohnen angegriffen. Saudi-Arabien teilte damals mit, sechs von den Huthi abgefeuerte ballistische Raketen in Richtung Taif und der Region Yanbu abgefangen zu haben.

Saudi-Arabien plant inzwischen eine Offensive gegen die von Iran unterstützten Huthi im Jemen. Zu den erwogenen Optionen gehören ein Vorstoß entlang der Küste zur Sicherung der Schifffahrtsroute im Roten Meer sowie eine Offensive an mehreren Fronten. Die Operation könnte bereits in den kommenden Wochen beginnen. Angeführt werden soll sie von jemenitischen Bodentruppen, die von Riad unterstützt werden. Saudi-Arabien soll dabei Luftangriffe fliegen.

Die USA liefern Riad bereits Geheimdienstinformationen zur Unterstützung der Operationen im Jemen. Einige regionale und europäische Staaten stellen dem Königreich zudem vor allem "defensive Militärhilfe" zur Verfügung. Die Verbündeten Saudi-Arabiens dürften sich jedoch nicht direkt an den Kampfhandlungen beteiligen, hieß es gegenüber Reuters.

Ein zentrales Ziel der geplanten, bislang nicht öffentlich bekannten saudischen Offensive ist es laut den mit den Plänen vertrauten Personen, die schnellen Geländegewinne der Huthi im vergangenen Monat rückgängig zu machen. Die Huthi waren damals entlang der Küste vorgedrungen und hatten die Kontrolle über die Straße von Bab al-Mandab übernommen.

Saudi-Arabien war 2015 an der Spitze einer arabischen Koalition in den Bürgerkrieg im benachbarten Jemen eingetreten, um die international anerkannte Regierung zu unterstützen, die von den Huthi aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben worden war. Ein 2022 vereinbarter Waffenstillstand hielt weitgehend, bis die Huthi in diesem Jahr im Zuge der regionalen Ausweitung des Iran-Kriegs Raketen- und Drohnenangriffe auf saudische Schiffe und Ölinfrastruktur starteten.

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