Europa

"Brexit"-Farage gewinnt Nachwahl in Clacton – mit noch mehr Stimmen als 2024

Der britische Politiker Nigel Farage ist zurück im Parlament. Der Reform-UK-Chef, der den Brexit jahrelang vorangetrieben hatte, gewann die Nachwahl in Clacton mit 22.239 Stimmen. Das entspricht 63,3 Prozent. Farage erhielt damit mehr Stimmen als bei seinem Wahlsieg 2024.
"Brexit"-Farage gewinnt Nachwahl in Clacton – mit noch mehr Stimmen als 2024Quelle: Gettyimages.ru © Peter Nicholls

Nigel Farage sitzt wieder im britischen Unterhaus. Der Chef von Reform UK hat die Nachwahl im Wahlkreis Clacton deutlich gewonnen und dabei sogar mehr Stimmen erhalten als bei seinem ersten Wahlsieg im Jahr 2024.

Farage kam auf 22.239 Stimmen. Damit übertraf er sein Ergebnis von 2024 um rund 1.000 Stimmen. Sein Stimmenanteil stieg von damals rund 46 auf etwa 63 Prozent. Die Mehrheit gegenüber dem Zweitplatzierten wuchs auf mehr als 12.700 Stimmen.

Auf Platz zwei landete Count Binface, die als Wahlfigur bekannte Kunstfigur des Komikers Jon Harvey. Er erhielt 9.455 Stimmen. Die großen britischen Parteien hatten die Nachwahl boykottiert und keine eigenen Kandidaten aufgestellt. Insgesamt traten dennoch 34 Kandidaten an, so viele wie noch nie bei einer Wahl in Clacton. Die Wahlbeteiligung lag bei 44,4 Prozent und damit deutlich unter den 58,7 Prozent der Unterhauswahl 2024.

Die Nachwahl war von Farage selbst ausgelöst worden. Anfang Juli hatte er sein Mandat niedergelegt und damit eine neue Abstimmung erforderlich gemacht. Hintergrund war eine parlamentarische Untersuchung zu einem persönlichen Geldgeschenk von fünf Millionen Pfund, das Farage vor seiner Wahl 2024 vom Krypto-Unternehmer Christopher Harborne erhalten hatte. Farage weist jedes Fehlverhalten zurück und argumentierte, letztlich sollten die Wähler über seine politische Zukunft entscheiden.

Labour, die Konservativen, die Liberaldemokraten und die Grünen verzichteten daraufhin auf eigene Kandidaten. Sie warfen Farage vor, die Nachwahl als politisches Ablenkungsmanöver zu benutzen und die parlamentarische Kontrolle zu umgehen. Die Strategie ging zumindest an der Urne nicht auf. Farage konnte sein Ergebnis verbessern und seinen Anspruch auf den Sitz eindrucksvoll bestätigen.

Bei der Bekanntgabe des Resultats war Farage selbst nicht anwesend. Er begründete dies mit einer angeblichen Warnung der Polizei vor möglichen Störungen. Die Polizei relativierte diese Darstellung. Auch eine geplante Siegesrede von Reform UK wurde abgesagt.

Mit seiner Rückkehr ins Parlament ist die Affäre um seine Finanzen allerdings nicht beendet. Die parlamentarische Untersuchung, die nach seinem Rücktritt ausgesetzt worden war, soll nun fortgesetzt werden. Sollte dabei ein Verstoß festgestellt und eine Suspendierung von mindestens zehn Sitzungstagen ausgesprochen werden, könnte eine sogenannte Recall-Petition folgen. In diesem Fall müssten die Wähler erneut über Farages Mandat entscheiden.

Politisch hat Farage sein unmittelbares Ziel dennoch erreicht. Er ist wieder Abgeordneter und kann sich auf ein stärkeres Wahlergebnis berufen als bei seinem ersten Sieg. Die rechtlichen und parlamentarischen Fragen rund um seine Finanzen bleiben jedoch bestehen.

Mehr zum Thema – Brexit-Mann Farage wirft Russland Hacking seines Handys vor – Gibt es Gründe?

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.