
Ukraine muss fast 139 Milliarden Dollar an IWF und Weltbank zurückzahlen

Die Ukraine muss bis 2061 fast 139 Milliarden Dollar an den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank zurückzahlen. Das geht aus den vom ukrainischen Finanzministerium veröffentlichten Schuldendaten hervor. Allein zwischen 2026 und 2061 fallen demnach 32,95 Milliarden Dollar für den Schuldendienst an. Hinzu kommen die Rückzahlungen der aufgenommenen Kredite.
Die Tilgung des eigentlichen Kreditbetrags summiert sich auf rund 105,95 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind 60,57 Milliarden Euro, umgerechnet 67,86 Milliarden Dollar, weitere 22,52 Milliarden Dollar sowie 11,51 Milliarden Sonderziehungsrechte des IWF. Letztere entsprechen nach dem in den Berichten verwendeten Umrechnungskurs rund 15,58 Milliarden Dollar.

Die Zahlen verdeutlichen, wie lange die finanziellen Folgen des Krieges und die internationale Kreditfinanzierung die ukrainischen Staatsfinanzen beschäftigen werden. Die ausgewiesenen Beträge erstrecken sich über mehr als drei Jahrzehnte. Sie sind allerdings eine langfristige Projektion der fälligen Zahlungen und keine Prognose darüber, wie viel Geld die Ukraine tatsächlich unter den heutigen Kreditbedingungen zurückzahlen wird.
Denn die Tragfähigkeit der ukrainischen Staatsschulden ist bereits Gegenstand internationaler Umschuldungsverhandlungen. In seinem Länderbericht von 2026 kommt der IWF zu dem Schluss, dass die Verschuldung vor Abschluss der vorgesehenen Umschuldungen nicht nachhaltig ist. Erst weitere Entlastungen, Haushaltsanpassungen und die umfangreiche Finanzierung durch internationale Partner schaffen nach Einschätzung des Fonds eine Grundlage für tragfähige Staatsfinanzen.
Die Risiken sind erheblich. Ende 2025 lag die öffentliche Verschuldung der Ukraine nach Angaben des IWF bei rund 107 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für 2026 erwartet der Fonds einen weiteren Anstieg auf 111,8 Prozent. Die Prognose hängt wesentlich davon ab, dass die vereinbarten Finanzierungszusagen eingehalten und die Umschuldungen abgeschlossen werden.
Hinzu kommt der Wiederaufbau. Eine gemeinsame Schätzung der ukrainischen Regierung, der Weltbank, der EU-Kommission und der Vereinten Nationen bezifferte den Finanzbedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung im Februar 2026 auf fast 588 Milliarden Dollar über zehn Jahre. Das entspricht annähernd dem Dreifachen des für 2025 geschätzten nominalen Bruttoinlandsprodukts.
Damit stehen die ukrainischen Staatsfinanzen vor einer langfristigen Doppelbelastung. Das Land muss seine Infrastruktur wiederherstellen und zugleich seine internationalen Gläubiger bedienen. Wie groß der tatsächlich zu leistende Schuldendienst ausfallen wird, hängt von der weiteren Umschuldung, den Kreditbedingungen, der wirtschaftlichen Erholung und der Unterstützung durch ausländische Geldgeber ab.
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