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Statistisches Bundesamt: Anzahl bei Verkehrsunfällen getöteter Kinder gestiegen

Das Jahr 2025 hat eine traurige Bilanz vorzuweisen: Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Minderjährige zu Schaden kamen, ist gestiegen, ebenso die Anzahl der Kinder, denen der Straßenverkehr das Leben kostete. Das Bundesverkehrsministerium versucht mit Programmen gegenzusteuern, die Deutsche Umwelthilfe fordert hingegen schärfere Maßnahmen.
Statistisches Bundesamt: Anzahl bei Verkehrsunfällen getöteter Kinder gestiegen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verunglückten Kinder und Jugendlichen um 7 Prozent angewachsen. Dies gab das Statistische Bundesamt am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach verunglückten im Jahr 2025 29.270 unter 15-Jährige. An den Folgen der Unfälle verstarben 74 Kinder und Jugendliche. Das bedeutet, dass 2025 durchschnittlich alle 18 Minuten ein minderjähriger Verkehrsteilnehmer unter 15 Jahren verletzt oder getötet wurde.

Im Jahr 2024 waren es noch 27.260 Verunglückte und 53 im Straßenverkehr getötete Kinder. Damit ist nach einem Rückgang während der Corona-Jahre 2020 und 2021 wieder ein Anstieg der Unglücke im Straßenverkehr unter Beteiligung von Minderjährigen zu verzeichnen. Generell ist die Tendenz seit 1991 jedoch sinkend.

Das Statistische Bundesamt weiß auch Einzelheiten zur Unfallhäufigkeit zu berichten. So verunglücken 6- bis 14-Jährige (also schulpflichtige Kinder) besonders häufig zwischen 7 und 8 Uhr morgens – zu der Zeit, in der sie zur Schule fahren. Zwölf Prozent der im Jahr 2025 verunglückten 24.010 Kinder aus dieser Altersgruppe kamen im Zeitraum dieser einen Stunde zu Schaden. Im Zeitraum von 8 bis 13 Uhr (während des Schulunterrichts) verringern sich dann die Unfälle, um in den Zeiten 13 bis 14 Uhr, 15 bis 16 und 16 bis 17 Uhr wieder auf 9 Prozent zu steigen.

Die meisten im Straßenverkehr verunglückten Kinder saßen auf dem Fahrrad. Ihr Anteil beträgt 34 Prozent aller betroffenen Kinder. Danach folgen die Kinder und Jugendlichen, die während des Unfalls im Auto saßen, mit 31 Prozent. 20 Prozent waren zu Fuß unterwegs, als sie der Unfall ereilte, und 8 Prozent mit dem E-Scooter.

Allerdings ergibt sich bei der Aufteilung nach Altersgruppen ein differenzierteres Bild: Jüngere Kinder verunglücken häufiger, wenn sie bei Erwachsenen im Auto unterwegs sind (55 Prozent der unter sechsjährigen Unfallopfer), ältere Kinder sind bereits selbstständiger. Bei ihnen dominieren zu 39 Prozent Fahrradunfälle, erst danach kommen Autounfälle mit 26 Prozent. Der Kalender der Verkehrsunfälle zeigt, dass Kinder überwiegend in der warmen Jahreszeit zu Opfern von Verkehrsunfällen werden.

Unabhängig von der Einstufung als Schulkind oder Kindergartenkind ist die Zahl der Todesfälle bei Kindern im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in allen jungen Altersgruppen gestiegen. Waren 2024 noch 18 unter Sechsjährige im Straßenverkehr umgekommen, fielen im Jahr 2025 bereits 30 Kinder aus dieser Altersgruppe Verkehrsunfällen zum Opfer. In der Altersgruppe von sechs bis neun Jahren stieg die Zahl der getöteten Kinder von 15 auf 17. 2024 kamen 20 Kinder aus der Altersgruppe zwischen 10 und 14 Jahren ums Leben, 2025 waren es 27.

Der stärkste Anstieg war bei den Kindern zu verzeichnen, die durch einen Autounfall ums Leben kamen: Die Zahl der Toten wuchs bei diesem Verkehrsmittel von 21 auf 31. Auch bei den Fahrten mit dem Fahrrad gab es einen Anstieg von acht auf dreizehn tödlich Verunglückte. Waren im Jahr 2024 gar keine Kinder bei Unfällen mit dem E-Scooter ums Leben gekommen, forderten solche Unglücke im Jahr 2025 in vier Fällen das Leben von Kindern. 22 Kinder ereilte der Tod im Straßenverkehr im Jahr 2025 als Fußgänger.

Das Bundesverkehrsministerium weist bei der Nennung dieser Zahlen auf seiner Homepage auf die vielfältigen Programme hin, die sich dem Schutz von Kindern im Straßenverkehr widmen.

Für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reichen diese Maßnahmen nicht aus. Sie fordert auf ihrem X-Account, die Zahl der Verkehrstoten auf Null zu reduzieren ("Vision Zero"). Immer mehr Verkehrsunfälle mit Kindern seien keine tragischen Schicksale, sondern vielmehr politisches Versagen. Nötig sei auf dem Weg zu "Vision Zero" etwa die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts.

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