Deutschland

Weil Merkel mit Parteiaustritt gedroht haben soll: Merz für Fortbestehen der Brandmauer

Angela Merkel soll gegenüber Friedrich Merz "signalisiert" haben, dass sie aus der CDU austreten wird, sollte die Partei mit der AfD kooperieren. Das berichtet "NIUS" unter Berufung auf das Umfeld des Bundeskanzlers. Sollte die Brandmauer fallen, droht demnach eine Spaltung der CDU.
Weil Merkel mit Parteiaustritt gedroht haben soll: Merz für Fortbestehen der Brandmauer© Urheberrechtlich geschützt

CDU-Chef Friedrich Merz soll in parteiinternen Diskussionen über eine mögliche Kooperation mit der AfD immer wieder auf Altkanzlerin Angela Merkel verweisen, die ihm "signalisiert" habe, dass sie dann aus der Partei austreten würde. Das berichtet NIUS unter Verweis auf das Umfeld des Kanzlers. 

Demnach sei eine Spaltung der CDU im Falle einer AfD-Kooperation unvermeidlich. "Es ist keine Frage, auf welcher Seite Angela Merkel dann steht", sagte ein langjähriger CDU-Bundesminister gegenüber dem Nachrichtenportal. Viele Parteimitglieder haben laut dem NIUS-Bericht bereits ihre Austrittserklärungen vorbereitet. Dass Merkel gegenüber Merz direkt mit Austritt gedroht haben könnte, halten alte Vertraute der Altkanzlerin aber für wenig wahrscheinlich. "Das wäre nicht ihr Stil", heißt es demnach.

Dass der Kanzler nun ausgerechnet mit Verweis auf seine langjährige Kontrahentin gegen das Schleifen der Brandmauer argumentiert, sollen führende CDU-Angehörige als "letztes Aufgebot" bezeichnet haben. Nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland sei die Strategie der Brandmauer vor aller Augen gescheitert, zitiert NIUS einen CDU-Kreisvorsitzenden. "In Mecklenburg-Vorpommern ist die Union aus dem Landtag geflogen, in Sachsen-Anhalt ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst, und in allen anderen Landesverbänden kennen die Umfragen für die CDU nur eine Richtung: nach unten!", so der CDU-Politiker.

Die Altkanzlerin hatte sich bereits Anfang des Jahres 2025 in der Brandmauer-Debatte eindeutig positioniert und sich in einer Stellungnahme scharf gegen eine Aufweichung der Brandmauer zur AfD ausgesprochen. Dabei hatte Merkel den CDU-Chef auch öffentlich kritisiert, nachdem im Bundestag ein Antrag der Union zur Verschärfung der Migrationspolitik eine Mehrheit mit Stimmen der AfD erhalten hatte. Merkel bezeichnete das als "falsch" und monierte, dass Merz "sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD" ermöglicht habe.

Innerhalb der CDU stößt die Brandmauer-Politik vor allem im Osten und in den Kommunen auf Widerspruch. So hatte eine Gruppe von sächsischen CDU-Kreisvorsitzenden in einem Brandbrief ein sofortiges Ende der Brandmauer gefordert.

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