
Medien: Bundesregierung will Russland für Drohnen-Vorfall in Leipzig verantwortlich machen
Die Bundesregierung will einen russischen Geheimdienst für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne Anfang August am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich machen.
Nach Informationen des Spiegel haben sich die Erkenntnisse über eine oder mehrere angeblich an dem Anschlagsversuch beteiligte Personen im Zuge der Ermittlungen so weit verdichtet, dass die Bundesregierung die Ergebnisse noch am Dienstag öffentlich machen und den Angriff einem russischen Geheimdienst zuordnen will. Damit würde Berlin Russland erstmals offiziell und direkt für die Attacke verantwortlich machen. Zuvor hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

Welcher russische Geheimdienst hinter dem Anschlagsversuch stehen soll und welche Konsequenzen Berlin plant, war zunächst unklar. Die Bundesregierung hatte zuletzt über ein Maßnahmenpaket mit Strafmaßnahmen gegen mutmaßlich beteiligte russische Staatsstellen beraten.
Dem Vernehmen nach plant die Bundesregierung die Ausweisung weiterer russischer Diplomaten. Auch die Schließung des letzten noch geöffneten russischen Generalkonsulats in Bonn wurde in den vergangenen Tagen diskutiert. Zudem steht möglicherweise eine Schließung des Russischen Hauses in Berlin im Raum. Eine Befassung der NATO, etwa im Rahmen von Beratungen nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrags, will die Bundesregierung dagegen vorerst vermeiden.
Dem Vernehmen nach wollen Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) am späten Nachmittag über die Ermittlungsergebnisse und die geplante Reaktion der Bundesregierung informieren.
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