Von Rainer Rupp
In einem Gespräch mit dem norwegischen Professor Glenn Diesen am 23. Mai 2026 bezeichnete der renommierte US-Ökonom und Friedensforscher Jeffrey Sachs die drei baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen – als "wahrscheinlich den gefährlichsten Ort auf dem gesamten Planeten". Denn die von diesen russenfeindlichen Ländern ausgehende Eskalation der NATO im Ostseeraum hat diese Region zum wahrscheinlichsten Schauplatz eines großen heißen Kriegs zwischen der Nordatlantischen Terrororganisation NATO und Russland gemacht.
Sachs, der seit Jahrzehnten für eine friedliche europäische Ordnung eintritt und selbst an der Gestaltung der Nachwendezeit in Osteuropa mitgewirkt hat, begründet diese dramatische Einschätzung mit einer explosiven Mischung aus historischer Verantwortungslosigkeit, fehlender Diplomatie und einem gefährlichen Aufstieg von Hass und Revanchismus. Die Region, so Sachs, sei inzwischen gefährlicher als die Frontlinie in der Ukraine, der Nahostkonflikt oder die Spannungen um Taiwan.
Der Kern seiner Analyse liegt in der völligen Abwesenheit von Diplomatie zwischen Europa und Russland. Seit vier Jahren eskaliere die NATO schrittweise, ohne dass eine Seite mit der anderen spreche. Stattdessen diktiere eine kleine, Russen extrem hassende Minderheit die gesamte europäische Außenpolitik. Die baltischen Staaten mit zusammen nur sechs Millionen Einwohnern hätten de facto die Stimme der 450 Millionen EU-Bürger gekapert. Besonders die Ernennung von Kaja Kallas aus Estland zur EU-Vizepräsidentin für externe Beziehungen und Verteidigungskommissarin verkörpere diese radikale Linie. "Es ist sehr seltsam", so Sachs, "dass Europa seine Politik von drei kleinen, psychologisch und geografisch besonders belasteten Staaten bestimmen lässt." Mit "besonders belasteten Staaten" spielt Prof. Sachs auf den hohen Anteil ehemaliger SS-Nazi-Kollaborateure und auch auf heute noch bekennende Nazis in den politischen Führungspositionen dieser baltischen Giftzwergstaaten an.
Auf der Suche nach einer Rechtfertigung für den Krieg
Noch schwerwiegender sei jedoch die Rolle Deutschlands unter Bundeskanzler Friedrich Merz. Prof. Sachs wirft ihm vor, der "verantwortungsloseste deutsche Regierungschef seit Jahrzehnten" zu sein – ein "offener Kriegshetzer", der keinerlei Interesse an Gesprächen mit Putin zeige. Deutschland verletze nicht nur die eindeutigen Zusagen von 1990 bei der Wiedervereinigung, wonach die NATO sich nicht ostwärts ausdehnen werde, sondern auch die Minsker Abkommen von 2015. Statt seiner historischen Verantwortung als größtes europäisches Land und Garant einer stabilen Nachkriegsordnung gerecht zu werden, treibe Berlin nun offen die Remilitarisierung voran – entgegen dem 2+4-Vertrag. Frankreich unter Emmanuel Macron verfolge zwar verbal das richtige Ziel der "strategischen Autonomie" für Europa, aber um dieses Ziel zu erreichen, setze er auf gefährliche Weise auf das Schüren von Russophobie und Angstmache vor einem russischen Angriff gegen Europa. Großbritannien vervollständige das Bild eines "hochgiftigen europäischen Gebräus" ohne jede Diplomatie.
Hinzu komme die ukrainische Seite. Sachs beschreibt die Regierung in Kiew als korrupte Diktatur unter Kriegsrecht, die bewusst Europa in einen größeren Krieg hineinziehen wolle. Ähnlich wie Israel versuche die Ukraine, Dritte – hier Europa und letztlich die USA – in den Konflikt zu zwingen, weil sie allein Russland militärisch nicht gewachsen sei, so Sachs. Durch Drohnenangriffe auf russisches Territorium unter Nutzung des baltischen Luftraums – größtenteils mit stillschweigender Duldung der Giftzwergstaaten – provoziere Kiew bewusst mit immer gefährlicheren Schritten die militärische Eskalation. So hat die Ukraine sogar erfolgreich Teile der russischen nuklearen Triade angegriffen, also den Teil des russischen Militärs, der einen feindlichen Atomschlag mit eigenen einsatzbereiten Atomwaffen abschrecken soll.
Auf dieses Weise soll Russland zu immer stärkeren Reaktionen gegen die Ukraine gezwungen werden. Diese könnten dann, so das Kalkül in Kiew, den kriegsgeilen EU-Eliten gegenüber der eigenen Bevölkerung als Rechtfertigung genutzt werden, um sich endlich selbst direkt am Krieg gegen Russland beteiligen zu können. Dabei scheinen auch die EU-Eliten fest davon überzeugt zu sein, dass der Krieg mit konventionellen Waffen geführt würde und Russland letztendlich kapitulieren werde, ohne eine Nuklearwaffe eingesetzt zu haben. Letzteres ist eine Annahme, die der russischen Militärdoktrin komplett widerspricht.
Die gefährlichste Dynamik aber sieht Sachs in der Spirale aus Hass. Was als klassisches Großmachtspiel – NATO-Erweiterung, Maidan-Putsch 2014, russische Sicherheitsinteressen – begann, sei in Polen und den baltischen Staaten zu einem radikalen Ethno-Hass mutiert. Historische Erinnerungen würden verzerrt, Fakten über NATO-Versprechen, Minsk II oder den US-Rückzug aus Rüstungskontrollverträgen bewusst ignoriert. Stattdessen herrsche ein Narrativ des "unprovozierten russischen Bösen". Sachs vergleicht dies mit der Entwicklung im Nahen Osten: Auch dort sei strategische Politik in ethnische Entmenschlichung und Genozid gekippt. Hass koche über und raube den Beteiligten jede Selbstkontrolle.
Bevor der Hass die Tür zum Frieden endgültig zuschlägt
Genau deshalb seien die baltischen Staaten heute der gefährlichste Ort der Welt. Sie schrien nach Rache und zählten darauf, dass ganz Europa ihnen in einen aktiven Krieg gegen Russland folge. Die rhetorische und militärische Eskalation – Drohnen über der Ostsee, Vorbereitungen auf einen "Krieg in Europa bis 2029", Jubel über Angriffe auf Moskau – drohe jede Kontrolle zu verlieren. Ein solcher Konflikt kenne keine Gewinner, nur Massensterben, warnte Prof. Sachs.
Sachs sieht jedoch einen zaghaften Hoffnungsschimmer in Form von ersten Signalen in Europa, wie z. B. der jüngste Appell von Ex-Kanzlerin Angela Merkel, dass Diplomatie wieder möglich sein müsse. Da die Kriegshetze zunehmend außer Kontrolle laufe, hoffe Sachs, dass "eine verantwortungsbewusste Minderheit" erkenne, dass nur sofortige Gespräche mit dem Kreml eine Katastrophe verhindern können. Statt auf die Kapitulation Russlands zu setzen, müsse Europa den Telefonhörer in die Hand nehmen. Mehr als vier Jahre Boykott seien genug.
Jeffrey Sachs' Analyse ist ein eindringliches Warnsignal. Die baltischen Staaten sind nicht nur geografisch, sondern vor allem politisch und psychologisch zum Zündfunken einer europäischen Katastrophe geworden. Sein Appell an die Verantwortung Europas gegen Ende des Gesprächs mit seinem norwegischen Kollegen Prof. Diesen war ein Plädoyer für Diplomatie, für das Eingeständnis historischer Tatsachen und für eine Rückkehr zur Vernunft; bevor Hass und Eskalation endgültig jede Tür zum Frieden zuschlagen.
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