
UEFA plant Strafanzeige gegen FIFA-Chef Infantino in der Schweiz

Der Machtkampf zwischen UEFA und FIFA-Präsident Gianni Infantino spitzt sich zu. Nachdem ein umstrittenes Milliardenprojekt zur Vermarktung von FIFA-Rechten gescheitert ist, geht die europäische Fußball-Union nun offenbar juristisch in die Offensive. Sie sammelt Beweise für eine mögliche Strafanzeige gegen Infantino in der Schweiz.
Auslöser des Streits war die geplante FIFA Forward Enterprise. Infantino wollte darüber 20 Prozent der kommerziellen FIFA-Rechte an private Investoren verkaufen – ein Deal, der rund 4,2 Milliarden US-Dollar hätte einbringen sollen. Die neue Gesellschaft wurde dabei mit etwa 20 Milliarden US-Dollar bewertet.

Genau an dieser Bewertung entzündete sich der Zweifel der UEFA. Sie will wissen, wer an den Verhandlungen beteiligt war und wie die Zahlen zustande kamen. Im Hintergrund steht der Verdacht, die Geschäftsführung könnte dabei strafrechtlich relevant gehandelt haben.
Um das zu klären, hat sich die UEFA an ein US-Gericht gewandt und Dokumente sowie Zeugenaussagen von FIFA-nahen Gesellschaften in den USA verlangt – darunter auch von Thrive Capital, der Investmentfirma von Joshua Kushner. Die Informationen sollen später als Grundlage für ein mögliches Verfahren in der Schweiz dienen.
Der Deal selbst ist längst vom Tisch. Nach massivem Widerstand aus Europa, dem sogar die Drohung eines Boykotts von FIFA-Wettbewerben vorausging, wurde das Projekt Anfang August fallen gelassen. Beendet ist der Konflikt damit aber nicht – im Gegenteil. Es geht nicht mehr nur darum, ob der Deal politisch tragbar war, sondern ob bei seiner Vorbereitung gegen Regeln und Pflichten verstoßen wurde.
Zum juristischen Druck kommt ein politischer: Der italienische Fußballverband hat seine Unterstützung für eine erneute Kandidatur Infantinos zurückgezogen. Damit geht es längst nicht mehr nur um ein gescheitertes Geschäftsmodell – sondern zunehmend um die Zukunft an der FIFA-Spitze selbst.
Für Infantino ist das eine unangenehme Gemengelage. Das Projekt, das die FIFA finanziell neu aufstellen sollte, ist nicht nur gescheitert, sondern könnte ihm nun ausgerechnet in der Schweiz noch ein juristisches Nachspiel bescheren.
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