Schweiz

AK-74-Munition am Tatort: Tödliche Schüsse auf Rave-Gäste – Polizei nimmt 43-jährigen Schweizer fest

Bei einer Rave-Party in Aarau fielen tödliche Schüsse. Eine 22-jährige Frau kam ums Leben, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei nahm einen 43-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht fest. Am Tatort wurden Patronenhülsen verschiedener Kaliber gefunden, darunter 5,45-Millimeter-Munition, die beim AK-74 zum Einsatz kommt. Das Motiv und die Hintergründe sind noch unklar.
AK-74-Munition am Tatort: Tödliche Schüsse auf Rave-Gäste – Polizei nimmt 43-jährigen Schweizer festQuelle: Gettyimages.ru © Julian Stratenschulte/Symboldbild

In der Schweiz ist eine Rave-Party in Aarau blutig eskaliert. Bei der Schießerei auf dem Gelände der Pferderennbahn wurde eine 22-jährige Italienerin getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei nahm inzwischen einen 43-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht fest.

Die Schüsse fielen am frühen Sonntagmorgen gegen 2.30 Uhr, als die Rave-Party auf dem Gelände der Aarauer Pferderennbahn zu Ende ging. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde aus einer Entfernung von bis zu rund 300 Metern auf das Veranstaltungsgelände geschossen.

Eine 22-jährige Italienerin erlitt tödliche Verletzungen. Fünf weitere Personen im Alter zwischen 24 und 31 Jahren wurden verletzt. Vier der Verletzten sind Schweizer, eine Person ist deutsche Staatsangehörige. Unter den Verletzten befinden sich zudem zwei weitere italienische Staatsbürger.

Die Tat löste auch in Italien Bestürzung aus. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach den Angehörigen der getöteten Italienerin ihr Beileid aus und forderte eine vollständige Aufklärung der Schießerei. Italiens Außenminister Antonio Tajani ließ eine Taskforce nach Aarau entsenden, die die betroffenen Familien unterstützt und mit den Schweizer Behörden zusammenarbeitet.

In der Nacht auf Montag gelang den Ermittlern ein wichtiger Schritt. Die Kantonspolizei Aargau nahm einen 43-jährigen Schweizer fest. Gegen ihn besteht dringender Tatverdacht. Nach aktuellem Ermittlungsstand gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus. Die genaue Rolle des Mannes muss jedoch noch geklärt werden.

Am Tatort fanden die Ermittler Patronenhülsen verschiedener Kaliber. Darunter befand sich auch Munition im Kaliber 5,45 mal 39 Millimeter, die unter anderem beim sowjetischen Sturmgewehr AK-74 verwendet wird. Zudem wurden Hülsen im Kaliber neun Millimeter sichergestellt.

Die Schüsse sollen auch Menschen außerhalb der Rave-Party gefährdet haben. In der Nähe eines Stellplatzes für Fahrende wurden ebenfalls Schussabgaben gemeldet. Ein Bewohner schilderte, dass Kugeln in Richtung seiner Familie flogen. Ein Fahrzeug seines Neffen soll von einem Schuss getroffen worden sein.

Das Motiv ist weiterhin unbekannt. Die Ermittler prüfen derzeit mehrere Szenarien, darunter einen Amoklauf, einen terroristischen Hintergrund oder eine mögliche Abrechnung im Milieu.

Nach der Tat wurde eine nationale und internationale Fahndung eingeleitet. Das Bundesamt für Polizei unterstützt die Aargauer Behörden bei der Koordination der Ermittlungen.

Die Untersuchungen laufen weiter. Die Kantonspolizei Aargau will am Mittwoch über den aktuellen Stand informieren.

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