Nahost

Furcht vor iranischem Angriff: USA appellieren an China, Türkei und Saudi-Arabien

Israel bereitet sich laut Wall Street Journal auf einen direkten, aus Iran kommenden Angriff in den nächsten 48 Stunden vor. Die USA bitten China, die Türkei und Saudi-Arabien, auf Teheran einzuwirken, um eine Deeskalation zu erzielen.
Furcht vor iranischem Angriff: USA appellieren an China, Türkei und Saudi-Arabien© JOHANNA GERON

Angesichts eines möglichen iranischen Vergeltungsangriffs auf Israel hat US-Außenminister Antony Blinken seine Kollegen in China, der Türkei und Saudi-Arabien dazu aufgerufen, Iran von einer Eskalation abzuhalten. Eine Reihe von Telefonaten hätten in den vergangenen 24 Stunden stattgefunden, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Donnerstag in Washington.

Schon am Vortag hatten die USA Israel ihre Unterstützung im Falle eines iranischen Angriffs zugesichert. Die US-Regierung richtete nun auch eine direkte Botschaft an Teheran: "Wir haben Iran gewarnt", sagte am Donnerstag die Sprecherin des Weißen Hauses.

Das Wall Street Journal (WSJ) berichtete am Freitag, dass sich Israel auf einen direkten Angriff Irans im Süden oder Norden Israels in den nächsten 48 Stunden vorbereite. Dem Bericht zufolge diskutierte die Führung in Iran Pläne für einen Angriff, entschied sich jedoch noch nicht für das weitere Vorgehen.

Iran soll Washington nach Reuters-Informationen signalisiert haben, dass er auf den israelischen Angriff so reagieren wird, dass eine größere Eskalation vermieden werde. Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, Washington wolle nicht, dass sich der Konflikt im Nahen Osten ausweite, und die USA hätten Iran mitgeteilt, dass sie an einem Luftangriff auf einen hochrangigen iranischen Militärkommandeur in Damaskus nicht beteiligt gewesen seien. 

Angesichts der angedrohten iranischen Vergeltungsangriffe auf Israel haben die USA am Donnerstag aus Sicherheitsgründen die Bewegungsfreiheit ihres dortigen diplomatischen Personals eingeschränkt. "Aus Gründen der Vorsicht ist es US-Regierungsangestellten und ihren Familienmitgliedern bis auf Weiteres untersagt, sich außerhalb der Gebiete von Tel Aviv, Jerusalem und Be'er Scheva zu bewegen", hieß es in einer Mitteilung der Botschaft in Jerusalem. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, Israel setze seinen Krieg im Gazastreifen fort, treffe aber auch andernorts Sicherheitsvorkehrungen.

Die "Notwendigkeit für Iran, dieses Schurkenregime [Israel] zu bestrafen", hätte vermieden werden können, wenn der UN-Sicherheitsrat den Angriff verurteilt und die Täter vor Gericht gestellt hätte, erklärte die Vertretung Irans bei den Vereinten Nationen am Donnerstag.

Das russische Außenministerium riet seinen Bürgern, nicht in den Nahen Osten zu reisen, insbesondere nicht nach Israel, in den Libanon und in die Palästinensergebiete. "Im Moment ist es für alle sehr wichtig, Zurückhaltung zu üben, um keine völlige Destabilisierung der Lage in der Region zu bewirken, die nicht gerade durch Stabilität und Vorhersehbarkeit glänzt", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf einer Pressekonferenz.

Anfang April waren bei einem Luftangriff auf das iranische Botschaftsgelände in der syrischen Hauptstadt Damaskus zwei Brigadegeneräle und fünf weitere Mitglieder der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) getötet worden. Mehrfach hat die iranische Führung seither mit Vergeltung gedroht – es besteht die Sorge vor einer Eskalation. Wie und wann Iran reagiert, ist jedoch völlig offen.

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