
ARD schweigt zu ukrainischem Terror – Gemüsehändler wird zur Top-Story

Von Alexej Danckwardt
Es ist schon einigermaßen erstaunlich ...
Nicht, dass ich noch irgendwelche Illusionen über den Mainstreamjournalismus in Deutschland hätte. Illusionen habe ich schon seit jenem Winter 2013 / 2014 nicht, als ein Udo Lielischkies von ebenjener ARD, um die es heute gehen wird, in einer Livezuschaltung aus Kiew Frauen abfeierte, die – "Europäerinnen unter Europäern", natürlich – "Pflastersteine aus den Bürgersteigen reißen", öffentlich-rechtliche Gewaltverherrlichung vom Feinsten. Als die preisgekrönte Golineh Atai sich und ganz Deutschland "friedliche Protestierende" auf dem Maidan zusammenlog, während buchstäblich hinter ihrem Rücken schwerste Straßenschlachten tobten und jene "friedlichen Protestierenden" staatliche Ordnungshüter mit Eisenketten schlugen und mit brennenden Molotow-Cocktails bewarfen.
Illusionen habe ich nicht, aber auch gewöhnt habe ich mich an die Manipulation und das Dauerlügen in den "Öffentlich-rechtlichen" nicht. Man darf sich daran nicht gewöhnen.

Seit vielen Monaten terrorisiert die Ukraine die russische Zivilbevölkerung. Sie macht Jagd auf zivile Fahrzeuge auf Landstraßen und Autobahnen, greift mit Drohnen zivile Linien- und Reisebusse an, die Zahl der getöteten Passagiere geht inzwischen in die Dutzende, jene der Verletzten beläuft sich auf mehrere Hundert. Ukrainische Drohnenführer töten russische Bauern auf dem Feld. Die Ukraine beschießt mitten in der Nacht Studentenwohnheime, tötet zielgerichtet junge Mädchen, die nach ihrem Rechtsverständnis eigentlich Ukrainerinnen sind.
Kiew prahlt mit Angriffen auf zivile Lkw, auf Lager des Versandhandels und Raffinerien, zeigt der ganzen Welt voller Stolz Videoaufnahmen ihrer Erfolge. Ihr oberster Drohnenboss gibt damit an, dass seine Männer bereits über hundert zivile Schiffe – Getreide- und Öltransporter, Containerschiffe und Fähren – im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer versenkt haben. Er übertreibt maßlos, aber dass die Ukraine die zivile Schifffahrt unter Beschuss nimmt, ist wahr. Dutzende von Seeleuten – unter anderem Türken und Aserbaidschaner – hat Kiew bereits gezielt getötet. Auf dem Frachter "Zirkon" zielte und traf die Drohne direkt die Kapitänsbrücke. Allein dort wurden drei Aserbaidschaner ermordet.
All das – die zivile Schifffahrt, Pkw, Schulen und Wohnheime, Linienbusse, Feldarbeiter – sind dem Militär absolut verbotene Ziele. Man kann sich allenfalls bei Erdölraffinerien über die Legitimität streiten, alles andere ist nach dem Völkerrecht und nach etabliertem Kriegsrecht tabu. Die Ukraine begeht Kriegsverbrechen am laufenden Band. Und sie macht es vorsätzlich – es ist Teil einer Terrorstrategie, die der Despot in Kiew offiziell verkündet hat.
Doch zurück zur ARD und ihrer Nachrichtensendung Tagesschau ‒ "Lügenschau", wie ich sie nenne. Wie viel von dem Vorstehenden haben die "Qualitätsjournalisten mit grundgesetzlichem Auftrag" berichtet, wie viel haben sie verschwiegen? Wenn etwas überhaupt berichtet wird, dann versteckt im Ticker und in der Regel von viel Verständnis, Relativierung und fadenscheinigen Rechtfertigungen begleitet, und schnell mit allerlei Informationsmüll zugeschüttet und aus dem Bewusstsein der Zuschauer verbannt.
Dafür schafft es ukrainische Kriegspropaganda bei der Tagesschau fast täglich in die Schlagzeilen und auf die Top-Plätze. Am Dienstag wieder. Selenskij, der ukrainische Diktator mit dem abgelaufenen Gültigkeitsdatum, im Hauptberuf Clown, aber eben auch PR-Profi, musste etwas dem wachsenden Unverständnis über den ukrainischen Terrorismus entgegenhalten und ließ ein Filmchen drehen.
Es ist bei ihm ein immer wiederkehrendes Muster. Als das westliche Publikum im Frühjahr 2022 zunehmend angewidert von Folter- und Erschießungsvideos wurde, mit denen die ukrainische Soldateska stolz ihren Umgang mit russischen Kriegsgefangenen dokumentierte, und die westliche Unterstützung zu bröckeln drohte, ließ Selenskij Butscha als "russisches Kriegsverbrechen" inszenieren, auf die Namen der Ermordeten warten wir bis heute. Würde Kiew die Namen herausrücken, würde sich schnell zeigen, dass es vor allem prorussische Einwohner Kiews waren. Bei den wenigen Opfern, die wir namentlich kennen, wissen wir um ihre prorussische Einstellung.
Nun wurde dem Westen der intensive Beschuss ziviler Ziele tief im russischen Hinterland zunehmend peinlich – die Wähler könnten Fragen stellen. Die Stimmung drohte so schon zu kippen und dann griff das ukrainische Militär auch noch einen Schwarzmeerstrand in Archipo-Ossipowka an, tötete sieben Urlauber, darunter drei Kinder. Nicht der erste tödliche Angriff auf Urlauber – einige Tage vorher geschah der nächtliche Angriff auf Kirillowka mit mindestens 17 Toten.
Dass es in beiden Fällen eine ukrainische Drohne war, bestreitet Kiew nicht, sodass selbst die fleißigsten Narrativspinner in westlichen Redaktionsstuben nur Menschenverachtendes zur Rechtfertigung dichten konnten. Angriffsziel in Archipo-Ossipowka soll ein Sanatorium gewesen sein, das einem Rüstungsbetrieb gehört. Na und? Das macht es lange nicht zu einem legitimen Angriffsziel. Militärspitäler sind es nicht und in Sanatorien, egal wer der Eigentümer ist, halten sich auch Frauen und Kinder auf. Außerhalb des Rüstungsbetriebs sind übrigens auch Arbeiter kein erlaubtes Ziel.
Um das zu verstehen, muss man kein Völkerrechtler sein. Also musste das klare ukrainische Kriegsverbrechen informationell durch ein erfundenes "russisches" überdeckt werden. Das Ergebnis war am Dienstag auf der Homepage der Tagesschau unter der reißerischen Überschrift "Angriff auf Gemüsehändler – Selenskyj wirft Russland 'Drohnen-Safari' vor" zu sehen und zu lesen:
"Ein Video zeigt, wie eine Drohne einen Gemüsehändler in der Ukraine verfolgt ‒ und schließlich neben ihm explodiert. Der Angriff sei kein Einzelfall, sagt der ukrainische Präsident Selenskyj. Er fordert erneut mehr Druck auf Moskau."
Keine Sorge: Anders als Passagiere in russischen Linienbussen oder russische Urlauber am Schwarzmeerstrand, anders als Priester Wladimir Schutow und dessen Ehefrau, der wie Tausende anderer Zivilisten vor und nach ihm zum Opfer tatsächlicher – ukrainischer – "Drohnensafari" wurde, hat der "Gemüsehändler" überlebt und präsentiert dem ARD-Team stolz ein paar Schrammen vorne am Bein und am Rücken.
Die gebührenfinanzierten Propagandisten adeln das Ganze auch noch mit einem sogenannten "Factchecking":
"Verifikationsexperten von ARD-aktuell kommen zu dem Ergebnis, dass das Video tatsächlich einen Platz in Cherson zeigt. Zudem gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Aufnahme manipuliert wurde."
Heißt was? Heißt gar nichts, außer, dass Selenskijs Filmteam das Video vor Ort gedreht hat – angeblich ein Markt, jedoch ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Woher aber wollen die "Verifikationsexperten" denn wissen, wessen Drohne es war und wessen Drohnenführer in wessen Uniform (oder auch ohne) sie steuerte? Wir können nicht einmal beurteilen, ob die Explosion eine Explosion oder ein Spezialeffekt war. Wie sich Verletzungen von ein und derselben Explosion gleichzeitig am Rücken und vorne am Bein finden können, bedarf auch erst noch der Erklärung.
Aber es ist auch nicht der wichtigste Punkt, dass die ARD höchstwahrscheinlich überaus bereitwillig auf ein Produkt von Selenskijs Produktionsfirma für seichte Unterhaltung hereingefallen ist. Der wichtigste Punkt ist, wie es sein kann, dass echter Terror (inklusive Passanten unterschiedslos auflauernder KI-gesteuerter Schläferdrohnen) der Ukraine gegen russische Zivilisten es bei der Tagesschau nie zu einer großen Aufmachung gebracht hat, während ein Video (ob es nun die Wahrheit zeigt oder inszeniert ist), das Selenskij teilt, wie gewohnt sofort prominent platziert wird.
Terroristisch war die Euromaidan-Ukraine vom ersten Tag an. Ich warte immer noch darauf, dass die Rechtsbeuger in Karlsruhe, die seit Monaten zwei humanitäre Helfer in Isolationshaft der Freiheit berauben, wenigstens einen Terroranschlag benennen, den die Aufständischen des Donbass in Kiew oder sonst wo in der Ukraine begangen haben.
Schon die Grundidee des Euromaidan – nicht demonstrieren, Meinung kundgeben und dann nach Hause gehen, wie es sich gehört, sondern bleiben und ein Lager aufschlagen – war antidemokratische Erpressung nach dem Motto: Wir randalieren, bis wir unseren Willen durchsetzen. Nicht in Wahlen und Abstimmungen, wie es sich in einer Demokratie gehört, sondern durch Geschrei, Besetzung von Plätzen und Gebäuden, Randale und Gewalt.
Das ist das Grundprinzip des Terrorismus und unblutig war der Euromaidan allenfalls in seinen ersten Stunden. Seitdem wird seine Blutspur von Tag zu Tag immer länger und breiter. Getötete Polizisten in Kiew waren der Anfang, es folgten getötete Antimaidan-Aktivisten, der 2. Mai in Odessa und ein Blutbad in Mariupol, der Krieg gegen die Zivilbevölkerung des Donbass, der Luftangriff auf Lugansk, der beschossene Kinderstrand in Sugres, acht Jahre täglichen Artilleriebeschusses von Donezk, Lugansk, Makejewka und Gorlowka mit 14.000 Ermordeten – ein Genozid.
Die Bundesanwaltschaft und die Karlsruher Rechtsbeuger in Richterroben werden keinen einzigen Terrorakt der Donezker in Kiew benennen können, aber wir können inzwischen hunderte Terroranschläge der Euromaidan-Faschos im Donbass aufzählen: Sachartschenko und Mosgowoi, Giwi und Motorola, Pawel Drjomow und Jewgeni Shilin, Ilja Kiwa und Wladlen Tatarski, Darja Dugina und Jekaterina Steglenko, Alexei Shurawko und Manolis Pilawow. Das sind nur die prominentesten Namen von Hunderten, die seit 2014 in klassischen Terroranschlägen, in erster Linie durch Sprengsätze, ermordet wurden. Es nützt auch nichts, anzuzweifeln, dass die Täter in Kiew sitzen – sie prahlten und prahlen mit ihren Taten in Interviews und offiziellen Verlautbarungen.
Nicht die Donbass-Helfer sind Terrorunterstützer ‒ die westlichen Regierungen, die Kiew finanzieren und bewaffnen, sind es. Und ARD-Journalisten sind die PR-Abteilung einer Terrororganisation.
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